Es gibt Alternativen zum regulären Strafvollzug, um Strafgefangenen unter 21 Jahren eine gute Rückkehr in die Freiheit zu ermöglichen.
Pavlo ist 20 Jahre alt und hat schwere Straftaten begangen, mehrfach. Er wurde zu 22 Monaten Haft verurteilt. Statt im Gefängnis, verbüßt er seine Strafe jedoch seit einiger Zeit im ehemaligen Kloster Creglingen in Baden-Württemberg.
Verschlossene Zellen und Gitter gibt es hier nicht. Die Strafgefangenen können sich frei bewegen.
Aber der Tagesablauf ist streng. Es beginnt morgens um 6:00 Uhr mit einer Runde Joggen. Danach arbeiten sie oder haben morgens Unterricht und arbeiten am Nachmittag. Zudem müssen sie Haushaltsdienste übernehmen und ihre Zimmer in Ordnung halten.
Mit der Einhaltung der Regeln können sie sich Bonuspunkte verdienen für Fahrten nach Hause, verlängerte Telefonzeiten (bis 45 Minuten am Tag) oder Zeiten im Fitnessraum.
Pavlos Ziel ist es, sich zu verändern, keine Straftaten mehr zu begehen. Und: er möchte im Herbst eine Ausbildung als Hotelfachmann beginnen. Dazu müsste er vorzeitig entlassen werden. Im „Projekt Chance“ arbeitet er – gemeinsam mit den Trainern – hart daran, seine Ziele zu erreichen.
Und das ist auch das ganz Besondere an diesem Projekt. Es gibt einen sehr hohen Betreuungsschlüssel: zehn pädagogische Kräfte sind für die 21 Strafgefangenen verantwortlich.
Denn an eine vorzeitige Entlassung ist nur zu denken, wenn Pavlos Entwicklung erkennbare Fortschritte macht und er lernt, seine Impulse unter Kontrolle zu halten.
Pavlos Geschichte endet gut. Er wird aufgrund guter Führung rechtzeitig entlassen, und kann so seine Ausbildung starten. Eine Wohnung hat er auch; die hat ihm sein Ausbildungsbetrieb gestellt. Und persönliche Unterstützung hat er durch seine Freundin, die während der gesamten Haftzeit zu ihm gehalten hat.
Diese Nachricht bzw. Film-Dokumentation habe ich auf arte gefunden. Dort ist sie allerdings nicht mehr in der Mediathek verfügbar.
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