Mädchen Mut machen

Regina Honu wurde vom Sender CNN als Tech Guru aus Ghana bezeichnet. Die IT-Unternehmerin aus Ghana hat in den letzten Jahren ca. 30.000 Mädchen aus den Slums kostenlos zu Internetprofis ausgebildet und damit vielen Mädchen Mut gemacht.

Wie alles anfing

Im Alter von elf Jahren erhielt Regina Honu ihren ersten Computer, auf dem sie Pacman – damals noch in schwarzweiß – spielte. Das Design gefiel ihr nicht, sie wollte es in bunt. Dazu musst du programmieren können, hieß es – und das ist nichts für Mädchen.
Nach der High School hat sie Softwareentwicklung studiert, gegen den Willen ihres Vaters, der für sie einen Medizinstudiengang vorgesehen hatte.
Nach Abschluss des Studiums fing sie an, bei einer Bank zu arbeiten. Als einzige Frau unter Männern. Und wenn es um die Vergabe von Projekten ging, hieß es nur: Das können Frauen nicht.

Die Soronko Academy

So hat sie gekündigt und ihr eigenes Ding gemacht, aus dem sich schließlich die Soronko Academy entwickelte.
Der Erfolg der Akademie kam aber nicht von allein. Regina Honu hat dabei auf ihre persönlichen Erfahrungen zurückgegriffen.
Zunächst einmal hat sie in den Gebieten, in denen sie ein Projekt starten wollte, die Zustimmung der Gemeindevorsteher eingeholt, um auch von ihnen Unterstützung zu bekommen.
Und da sie wusste, dass in den Familien immer noch die Meinung herrschte, dass Frauen zu Hause arbeiten und Männer das Geld verdienen, hat sie hier angesetzt. Die Aussicht, dass ein Mädchen nach einer IT-Ausbildung 200 $ im Monat verdienen kann, hat dann oft auch die Eltern überzeugt.

In sechs bis acht Wochen lernen die Mädchen z.B. eine Website mit WordPress zu erstellen, professionelle Fotos zu machen, mit einem Bildbearbeitungsprogramm wie Canva zu arbeiten.
So können die Frauen mit geringem Aufwand selbstgemachte Produkte anbieten und über Whatsapp mobil zu verkaufen. Das verringert die Anfangsinvestitionen deutlich ggü. einem stationären Geschäft.

Auch Soft Skills stehen auf dem Programm

Aber die Mädchen lernen nicht nur die Hard Skills, sondern auch Soft Skills. Denn viele Mädchen sind dazu erzogen, sympathisch und umgänglich zu sein. Sie sagen ihrem Gegenüber, was es hören möchte, und nicht, was sie möchten. Jetzt gilt es zu lernen, für die eigenen Belange einzustehen, um nicht gleich bei der ersten Herausforderung den Job aufzugeben.

Um das Thema Technik für Mädchen interessanter zu mache, lernen die Mädchen z.B. den in vielen afrikanischen Ländern beliebten Tanz Azonto. Anhand der Reihenfolge der Tanzschritte lernen sie den Ablauf von Algorithmen. Denn Lernen soll ja auch Spaß machen.

Und auch das Programm an der Soronko Academy wurde weiter entwickelt. Von 2017 bis 2020 konzentrierte man sich auf die Ausbildung der Mädchen. Ab 2021 begann Regina Honu auch mit einer Jobvermittlung, da auch Arbeitgeber immer noch überzeugt werden müssen, Frauen einzustellen.

Ein kleiner Anfang, aus dem sich viel entwickelt hat

Geplant hatte Regina Honu die Akademie so nicht. Ihre erste Idee war, einem einzigen Mädchen zu helfen und ihr Leben zu verändern. Als sie das geschafft hatte, wollte sie das Leben eines zweiten Mädchens verändern. Daraus ist dann Schritt für Schritt die Akademie entstanden, wofür sie jede noch so kleine Chance genutzt hat, um zu wachsen.
Und inzwischen hat sie Großes erschaffen und das Leben von 30.000 Mädchen verändert.

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