Das Pinguin-Prinzip – Wie Veränderung zum Erfolg führt

Das Pinguin-Prinzip – ein Bestseller zum Changemanagement

Wer sieht sich selbst, seine Aufgaben und sein Unternehmen heute nicht vor große Veränderungen gestellt? Wie soll man diese angehen und erfolgreich umsetzen? Für alle, die Changemanagement und Changeprozesse verstehen wollen, denen sei die sehr leicht verständliche und  unterhaltsame Einführung „Das Pinguin-Prinzip“ ans Herz gelegt.

Der renommierte Harvard-Professor John Kotter ist einer der führenden Experten zum Thema Veränderungsmanagement. In seinem viel beachteten Fachbuch „Leading Change“ hat er sein Prinzip der acht Schritte ausführlich beschrieben. Diese finden sich auch in der Fabel „Das Pinguin-Prinzip“, die er zusammen mit Holger Rathgeber verfasst hat.

Die Handlung

Es geht um eine Pinguinkolonie, die auf einem Eisberg lebt. Eines Tages entdeckt Fred, dass der Eisberg zerbrechen könnte. Nach einigem Überlegen beschließt er, dass er die anderen Pinguine warnen müsste. Er vertraut sich der sehr pragmatischen Alice an, die Mitglied des obersten Rats ist, aber auch den Kontakt mit den gewöhnlichen Pinguinen nicht scheut.
Nach einigem Hin und Her und vor allem dem Widerstand des Ratsmitglieds No No gelingt es Fred, den obersten Rat von der Dinglichkeit der Situation zu überzeugen. Damit ist der erste Schritt im Veränderungsmanagement getan. Am Ende schafft es die ganze Pinguinkolonie mutig nach vorn zu schauen und gemeinsam einen überlebensnotwendigen Wandel zu vollziehen.

Die 8 Schritte

1. Wecken Sie ein Gefühl der Dringlichkeit.
Der wichtigste Schritt: das oberste Gremium muss davon überzeugt werden, dass aufgrund zukünftiger struktureller Veränderungen ein Wandel dringend nötig ist. Wichtig ist, möglichst schnell ins Handeln zu kommen.

2. Stellen Sie ein Leitungsteam zusammen.
Die Initiierung und Umsetzung der Veränderungsprozesse sollte in den Händen eines kompetenten Leitungsteams liegen, das (wichtig!) eine hohe Glaubwürdigkeit hat, aber auch kommunikative und analytische Fähigkeiten und verfügt.

3. Entwickeln Sie eine Zielvorstellung und eine Strategie für die Veränderung.
Das Leitungsteam entwickelt eine Zielvorstellung sowie eine Strategie, mit der die Zielvorstellung erreicht werden soll.

4. Werben Sie um Verständnis und Akzeptanz.
Es ist wichtig, dass möglichst viele die Zielvorstellung und die Strategie verstehen und im besten Fall unterstützen und aktiv mitgestalten wollen.

5. Sichern Sie anderen Handlungsfreiräume.
Der Umgang mit Hindernissen und Störungen sollte von Anfang an mit bedacht und möglichst auf ein Minimum reduziert werden. Dafür benötigt das Leitungsteam möglichst eine freie Hand, die einem Vertrauensbeweis gleichkommt und damit auch weitere Mitglieder motiviert.

6. Sorgen Sie für kurzfristige Erfolge.
Es ist wichtig, kurzfristige Erfolgserlebnisse sicherzustellen und diese auch zu kommunizieren. Dies stärkt das Vertrauen des ganzen Teams in den Veränderungsprozess.

7. Lassen Sie nicht nach.
Ja, Veränderungen brauchen ihre Zeit. Hier ist es wichtig, Beharrlichkeit zu zeigen und die Umsetzung der Zielvorstellung langfristig zu verfolgen. Spätestens hier ist der Punkt, an dem viele Veränderungsprozesse scheitern.

8. Entwickeln Sie eine neue Kultur.
Neue Prozesse sollen verinnerlicht und selbstverständlich werden, um eine neue Kultur und Tradition aufzubauen.

Begleitend zum Buch gibt es eine Website mit einem Test zur Selbsteinschätzung. Mit Hilfe der Scorecard kann man hier erfahren, wie weit man bei der Veränderungsumsetzung für sein eigenes Projekt gekommen ist.

Die folgenden drei Punkte haben mich am meisten überzeugt. Sie sind meines Erachtens die wichtigsten Punkte bei der Initiierung von Veränderungsprozessen:
1. Die Zusammensetzung des Leitungsteams aus Menschen mit unterschiedlichen Kompetenzen und Fähigkeiten. Wichtig ist, dass alle eine hohe Anerkennung in der Gemeinschaft genießen.
2. Veränderungen können nur erfolgreich umgesetzt werden, wenn die Mehrheit davon überzeugt ist und gemeinsam daran arbeitet.
3. Man muss mit einem langen Zeitraum rechnen, bis die Änderungen fest in der Kultur verankert sind und zur Selbstverständlichkeit werden. Lassen Sie nicht nach!

Und zu allerletzt: Das Buch muss man mindestens zwei Mal lesen – einmal in einem Rutsch als unterhaltsame Lektüre an einem Sonntag nachmittag auf der Couch oder dem Liegestuhl im Garten. Und dann noch mal als Arbeitsprozess jeden der einzelnen acht Schritte durcharbeiten, um zu überlegen, wie diese für das eigene Veränderungsprojekt umgesetzt werden können.

Mit dieser humorvollen Fabel öffnen uns die Autoren die Augen für die Abläufe von Veränderungsprozessen und der Notwendigkeit, uns der Veränderung mutig zu stellen. Sicherlich ist das eine oder andere überzeichnet, aber das dient nur der Anschaulichkeit des Vorgehens. Und in den unterschiedlichen Figuren erkennt man auch den einen oder anderen Mitmenschen wieder.

Die Bilder der Fabel regen zum Austausch mit anderen über das Vorgehen bei Veränderungsprozessen.

Insgesamt sehr empfehlenswert für alle, die sich beruflich oder privat mit Veränderungen auseinandersetzen.

John Kotter, Holger Rathgeber
Das Pinguin-Prinzip
Wie Veränderung zum Erfolg führt
Droemer Verlag, 2006
ISBN 978-3-426-27572-6